Dienstag, 22.02.2022, 20 Uhr

Das Lesebuch zu Arno Schmidts Zettel's Traum - vorgestellt von Bernd Rauschenbach

Arno Schmidts Zettel's Traum. Ein Lesebuch. Herausgegeben von Bernd Rauschenbach. Mit einführenden Texten von Susanne Fischer. Eine Edition der Arno Schmidt Stiftung im Suhrkamp Verlag. Gestaltung und Satz: Friedrich Forssman. 232 S. Suhrkamp 2020. 232 S. Kart. 25,00 €


1970 erschien Arno Schmidts lang erwartetes Hauptwerk Zettel’s Traum. Leser staunten – das Buch hatte über 1300 Seiten im DIN-A3-Format, wog 10 Kilo und war eine Reproduktion von Schmidts Schreibmaschinen-Skript mit handschriftlichen Korrekturen und Einfügungen. Eine unorthodoxe Zeichensetzung und die Abkehr von allen Rechtschreibregeln verstärkten den Eindruck, dass Zettel’s Traum ein unlesbares Buch sei. Trotzdem (oder gerade deswegen) wurde es bald ein Kultbuch und verkaufte sich in fünfzig Jahren etwa 25.000 Mal. Wie viele dieser Exemplare tatsächlich gelesen worden sind, weiß freilich niemand.

Das Lesebuch zu Arno Schmidts Zettel's Traum stellt einzelne Szenen aus dem großen Werk zusammen, das halb Roman, halb literarischer Essay zu Werk und Leben Edgar Allan Poes ist. In Gesprächen und »längeren Gedankenspielen« der Protagonisten wird die Vielfalt der sprachlichen Töne von Zettel’s Traum sichtbar. Es geht um gegenseitige Zuneigungen und wechselseitige Spannungen, um verräterische Träume und unterdrückte Wünsche. Um dem Erstleser den Einstieg zu erleichtern, wurden die Aufteilung in drei Spalten und die zahllosen Marginalien bei dieser Auswahl weggelassen. Sie versammelt Kostproben für neugierige Leser, die sich an das Original bislang nicht herangetraut haben.

„Dass man ... beim Lesen weniger den Verlust empfindet, sondern eine Ahnung vom Gesamtreichtum des Originals, ist der souveränen Auswahl des Herausgebers Bernd Rauschenbach geschuldet ...“ Tilman Spreckelsen, Frankfurter Allgemeine Zeitung

„Das Lesebuch macht ein Sprachkunstwerk zugänglich, das sperrig ist und von überschießender Gelehrsamkeit, das aber auch voller Humor steckt und einen ganz intimen Blick auf die Bundesrepublik der 1960er Jahre eröffnet. In dieser abgespeckten Variante dürfte das Lesebuch dafür sorgen, dass Zettel’s Traum nicht nur gekauft, sondern auch gelesen wird.“ Ulrich Kühn, NDR

Die Veranstaltung wird unterstützt von der Arno Schmidt-Stiftung.

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