Mittwoch, 21.10.2026, 20 Uhr

László F. Földényi: Heinrich von Kleist
 
Grundlage der Betrachtungen von Prof. László F. Földényi sind folgende Bücher:

László F. Földényi: Heinrich von Kleist. Im Netz der Wörter. Übers. von Akos Doma. 550 S. Matthes & Seitz Berlin 1999. Geb. 34,00 €

als Taschenbuch: Kart. 15 €

Das ungewöhnliche Standardwerk zu Heinrich Kleist: Keine Monografie sondern eine Kleist-Enzyklopädie, ein Kaleidoskop psychologischer, literarischer, philosophischer Themen zum Werk und der Person Kleist. Das Buch besteht aus knapp hundert Essays, von denen ein jeder einem Wort von Kleist nachspürt, von A bis Z, von »Ach« bis »Zufall«. Ein Labyrinth aus Wörtern, in das man eintreten kann, wo man will, und das man auch jederzeit wieder verlassen kann. Eichendorff sah 1809 Kleist nur kurz: »ein schöner ernster Mann« - er ist hoch leidenschaftlich ohne Pathos (im Gegensatz zu Schiller), dabei eher gegossen. Seine Prosa zeichnet sich durch einen »gehämmerten Anschlag« und übermäßige Rhythmen aus, darin aber Szenen stillster Durchblicke.
Földényis Buch macht Kleist zu einem Autor für unsere Zeit: voller Haltung, kompromisslos, radikal.

„Unübertroffen!“ Katja Petrowskaja, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

„László Földényi hat ein meisterhaftes Buch geschrieben.“ Rüdiger Safranski, Die Zeit

„So kenntnisreich und erhellend, dass man aus dem Staunen nicht herauskommt.“ Jens Harzer, Süddeutsche Zeitung


Heinrich von Kleist, László F. Földényi, Edward Gordon Craig: Marionetten und Übermarionetten. 110 S. Matthes & Seitz Berlin 2011. Kart. 12,80 €

Die Inszenierung des Erotischen
Kleists Marionetten-Essay ist einer seiner dunkelsten und unerschöpflichsten Texte. Gordon Craigs lange Zeit vergriffener Übermarionetten-Essay bezieht sich darauf und geht doch über ihn hinaus. Beide hier abgedruckten Essays interpretiert Földényi, untersucht ihre Beziehung zueinander und geht der Verwandtschaft Craigs mit ähnlichen Auffassungen der Avantgarde (Futurismus, Bauhaus, Stummfilm usw.) nach.

László F. Földényi, 1952 in Debrecen (Ungarn) geboren, ist Kunsttheoretiker, Literaturwissenschaftler und Essayist. Er zählt zu den bedeutendsten ungarischen Intellektuellen und leitet als Professor den Lehrstuhl für Kunsttheorie an der Akademie für Theater und Film, Budapest. Er ist Herausgeber der gesammelten Werke von Heinrich von Kleist in ungarischer Sprache und u.a. Friedrich-Gundolf-Preisträger. Seit 2009 ist er Mitglied der der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Für sein Werk Lob der Melancholie. Rätselhafte Botschaften wird er mit dem Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung 2020 ausgezeichnet.

László F. Földényi haben wir hier in Bonn in der Buchhandlung Böttger in mehreren Veranstaltungen erlebt: Ereignisse, die man nicht vergisst!

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