Donnerstag, 07.05.2026,20 Uhr

Prof. Dr. Helmuth Kiesel: Schreiben in finsteren Zeiten. Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1933-1945
 
Helmuth Kiesel: Schreiben in finsteren Zeiten. Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1933 – 1945. Beck 2025. 1392 S. Ln 68,00 €

Die Herrschaft der Nationalsozialisten bedeutete für die deutschsprachige Literatur eine beispiellose Herausforderung. Zweieinhalbtausend Autoren, darunter die besten, mussten Deutschland verlassen. Wer blieb und sich nicht auf die Seite des NS-Regimes stellte, war von Verfolgung bedroht. Trotzdem entstanden Werke von großer zeitgeschichtlicher Repräsentanz und hohem literarischen Rang. Helmuth Kiesel hat die erste Gesamtdarstellung der Epoche aus einer Hand geschrieben. Sie erschließt ein riesiges literarisches Feld zwischen Regimetreue und Exil und vermittelt ein bewegendes, oft erschütterndes Bild jener Zeit.

Die schriftstellerische Auseinandersetzung mit der Gegenwart verlangte von den Autoren in den Jahren 1933–1945 besondere existentielle Kraft, politische Klarheit und literarisches Darstellungsvermögen. Helmuth Kiesel widmet sich in seiner großen Epochendarstellung der Literatur des Exils und der inneren Emigration, aber auch regimenahen Autoren, ebenso der österreichischen und schweizerdeutschen Literatur. Dabei stellt er die berühmten Werke der Epoche vor, von Anna Seghers’ Das siebte Kreuz bis Thomas Manns Doktor Faustus, von Ernst Jüngers Marmorklippen bis Hermann Hesses Glasperlenspiel – und daneben zahlreiche vergessene Bücher, die literarisch bemerkenswert und historisch aufschlußreich sind. Viele Autoren sahen ihre Hauptaufgabe darin, die «finsteren Zeiten» (Bertolt Brecht), die sie erlebten, geschichtlich zu ergründen und ihnen mit den Mitteln der Literatur entgegenzutreten. Helmuth Kiesel bringt ihre Stimmen in großer Breite und mit einer bisher nicht erreichten Intensität zur Geltung.

Pressestimmen

Ein Mammutprojekt und Meilenstein der deutschen Literaturgeschichte“
Deutschlandfunk Kultur Lesart, Susanne Utsch


Helmuth Kiesels Werk ist ein Meilenstein literaturgeschichtlichen Schreibens.“
Deutschlandfunk Büchermarkt, Enno Stahl

Erstmals eine umfassende Geschichte der deutschen Literatur von 1933 bis 1945“
Berliner Morgenpost, Tobias Schwartz

An Kiesels Standardwerk über die Jahre 1933 bis 1945 wird keiner mehr vorbeikommen.“ Platz 3 der Sachbuch-Bestenliste von WELT, NZZ, RBB Kultur und Radio Österreich 1 im Januar 2026

„‘Schreiben in finsteren Zeiten‘ ist ein Monument ... historisch exzellent grundiert ... Helmuth Kiesel hat seiner herkulischen Forscherleistung wahrlich ein Monument der Gutenberg-Galaxis geschaffen.“ Süddeutsche Zeitung, Jens Hacke

Großartige und in jeder Hinsicht geniale Geschichte des Schreibens in Deutschlands finstersten Zeiten.“ Abendzeitung München, Albert von Schirnding

Ein Meisterwerk ... Man kommt über diesem Buch des emeritierten Heidelberger Germanisten Helmuth Kiesel aus dem Staunen, der Überraschung, dem Finderg lück und der Beklemmung nicht heraus. Und ganz besonders nicht aus der Bewunderung.“ Die ZEIT - Die 100 besten Bücher des Jahres: Was darf ich hoffen?, Andreas Isenschmid

Prof. Dr. Helmuth Kiesel studierte von 1969 bis 1974 Germanistik und Geschichtswissenschaft in Tübingen. Dort wurde er 1976/77 mit einer Arbeit über literarische Hofkritik von Sebastian Brant bis Friedrich Schiller promoviert. 1984 habilitierte er sich mit einer Arbeit über Alfred Döblins Exil- und Spätwerk. Nach Lehrstuhlvertretungen bzw. Professuren in Bochum, Tübingen und an der Universität Bamberg nahm er 1990 einen Ruf an die Universität Heidelberg an. Dort wurde er 2015 emeritiert.
Kiesels Forschungsschwerpunkt ist die Geschichte der deutschsprachigen Literatur von 1918 bis 1945.
Kiesel veröffentlichte unter anderem Monographien zu Ernst Jünger. Zudem wurde vor allem durch seinen Beitrag zur Debatte um Martin Walsers Buch Tod eines Kritikers einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Er publizierte unter anderem zu Erich Kästner, Thomas Mann, Max Weber, Franz Kafka, Bertolt Brecht, Gottfried Benn, Botho Strauß und Peter Handke.








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