Montag, 06.12.2021,20 Uhr

Prof. Dr. Bernd Witte: Die Sprache, der Mensch, das Gesetz. Martin Bubers Anthropologie aus dem Geiste des Judentums  (Findet zu einem späteren Zeitpunkt statt.)
 
Folgenden Text schrieb Prof. Witte zur näheren Erläuterung der Veranstaltung:

"Der Vortrag ist aus den Erfahrungen hervorgegangen, die ich in der langjährigen Arbeit an der Herausgabe der 21 Bände der Martin Buber Werkausgabe (Gütersloh 2001 – 2019) sammeln konnte. Ein erster Abschnitt soll unter dem Titel „Sprache, Anthropologie, Mündlichkeit“ das spezifische Sprachverständnis Bubers und dessen Beziehung zur jüdischen Auffassung von der „mündlichen Lehre“ untersuchen. Anschließend werde ich anhand der „Verdeutschung der Bibel“ (1925 – 1961) Bubers Praxis des Sprachgebrauchs beispielhaft vorführen. Des weiteren soll in der Darstellung zweier seiner weniger bekannten Werke, Königtum Gottes und Zwiesprache (1932), dargestellt werden, in welcher Weise, Bubers Religionsphilosophie wie seine Sprachphilosophie auf die historische Aktualität der Zeit bezogen sind. Am Ende wird unter dem Titel „Zur deutsch-jüdischen Symbiose“ die Frage zu stellen sein: Ist Bubers Versuch, dem heutigen Menschen die Bibel und das Judentum nahezubringen, gescheitert?"
                                 (Bernd Witte, Heinrich Heine Universität Düsseldorf)

Grundlage der Veranstaltung ist das gerade erschienene Buch: 
Bernd Witte: Martin Buber und die Deutschen. 288 S. Gütersloher Verlagshaus 2021. 288 S. Geb. 22,00 €

Aus dem Inhalt:
Bubers deutsche Sprache
I. Kulturzionismus - Ein jüdischer 'Übermensch': der Baalschem
  'Daniel' - ein literarisches Erfolgsbuch
II. Jüdische Identität - Deutsche Identität - Hermann Cohen, Gustav Landauer
III. Lebendige Sprache - "Ich und Du"
     Die Verdeutschung der Bibel
     Bubers 'religiöser Sozialismus'
IV. Brüche und Anschlüsse
     Neuanfang in Palästina
     Nach der Shoa - Wiederannäherung an Deutschland
V.  Martin Buber mit und gegen Martin Heidegger
     'Dialogisches Prinzip' gegen 'Lichtung des Seins'

Bernd Witte: Studium der Germanistik, Gräzistik und Philosophie in Münster,Tübingen und Paris. Promotion in Gräzistik 1966. Von 1967-1972 Lektor, später maître-assistant an der Sorbonne (Paris). 1976 Habilitation. Seit 1994 Lehrstuhlinhaber für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf; von 2002 bis 2006 Dekan der Philosophischen Fakultät dortselbst, seit 2010 emeritiert. Gastprofessuren u.a. in den USA, Israel und Frankreich.

Bernd Witte war viele Jahre Präsident der Internationalen Walter-Benjamin-Gesellschaft, deren Ehrenpräsident er jetzt ist.

Zahlreiche Publikationen u.a. zu Goethe und zur deutsch-jüdischen Literatur

Bernd Witte ist gemeinsam mit Paul Mendes-Flohr Herausgeber der Martin Buber Werkausgabe im Auftrag der Philosophischen Fakultät der Heinrich Heine Universität Düsseldorf und der Israel Academy of Sciences and Humanities. 

Prof. Witte gilt als ausgewiesener Kenner des Werks und der Lebensumstände von Martin Buber. 


Eine Auflistung der Publikationen von Bernd Witte in einer Auswahl folgt in Kürze.

Zusätzliche Informationen