Mittwoch, 14.04.2027, 20 Uhr
Prof. Dr. Klaus Vieweg: Hegel und der Wein
Die himmlischen Tropfen des Weins waren treue Weggefährten des Philosophen Hegel, ohne die mancher seiner Geistesblitze fehlen würde: der billige Stiftswein, ein Silvaner oder Elblinger aus Metzingen oder Reutlingen; der köstliche katholischen Klosterwein auf der Alpenwanderung, der Chasselas vom Bieler See mit Champagnernote. Dann die vorzüglichen Tropfen im Hause der Frankfurter Weinhändlers Gogel, besonders der Riesling und Gewürztraminer aus Deidesheim. In Jena bezieht der Philosoph von der berühmten Weinhandlung der Gebrüder Ramann in Erfurt neben teuren Bordeaux auch roten Ofner und Erlauer Stierblut aus dem Ungarischen. In Bamberg kann er Würzburger Stein und Wertheimer aus der Silvanertraube erhalten, in Nürnberg Burgunder, Wein von der Mosel, aus Samos und Malaga sowie Frankenwein vom Winzer Hornschuch aus Kitzingen. In Heidelberg gibt es badischen Wein und Riesling aus der Pfalz. Auch in den 13 Berliner Jahren und auf den Reisen wird dem himmlischen Getränk kräftig zugesprochen: Rhein- und Moselwein, Melniker in Böhmen, Wein in Nußdorf bei Wien, köstliche Tropfen aus den Tälern der Marne, Malbec aus Cahors und Haut Sauterne und als Krönung Lacrimae Christi, die Tränen Christi vom Vesuv.
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