Das Hexameron von Rosenhain: C. M. Wieland und die Weltliteratur - Vortrag von Lukas Hermann
 

Christoph Martin Wielands Texte sind fast immer Dialoge mit der Weltliteratur. Das verwundert kaum, denn sogenannte Intertextualität ist typisch für aufklärerische Literatur. Mehr noch: Aufklärerische Literatur wie die Wielands erweitert den Horizont ihrer Zeit und macht die Auseinandersetzung mit anderen Texten zum Programm. Wielands Werk spiegelt dieses Leitbild wider: Übersetzungen und Nachdichtungen bilden einen großen Teil seines Schaffens, genau wie das Herausgeben von Textsammlungen. Daneben steht natürlich noch das Schreiben eigener Texte, die auch häufig auf ältere Vorbilder zurückgreifen – so auch das im Vortrag beleuchtete Alterswerk „Hexameron von Rosenhain“, das Wieland zwischen 1802 und 1803 verfasste. Es ist ein einzigartiger Novellenzyklus, der mit Goethe genauso in Verbindung steht wie mit Cervantes, französischen Fabeldichtern des 17. Jahrhunderts und Ovid. Worin diese Verbindungen bestehen und warum sie so interessant sind, soll an dem Abend erhellt werden. 

Ein Beitrag von Lukas Hermann über das „Hexameron von Rosenhain“ erscheint in Kürze in den "Wieland-Studien".


Lukas Hermann, geb. 1994, studierte Germanistik und Komparatistik in Dortmund und Bonn. Er ist im WS 2020/21 Lehrbeauftragter der Abteilung für Komparatistik am germanistischen Institut der Universität Bonn. Dort und an der Universität Florenz strebt er mit einer Arbeit zur Lyrik der Frühen Neuzeit eine Promotion an. Er ist außerdem als Journalist sowie Übersetzer tätig und gibt mit der App „Poesi“ eine digitale Lyrikanthologie heraus.

Zusätzliche Informationen