Ein Artikel von Nadine Thomas über die Buchhandlung Böttger
am 29. Juni 2020 im "medienblick bonn":

"Von Heiligen, die an den Wänden hängen"

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Im 
Schaufenster des Webshops:

Bücher von Jürgen Kaube und Bücher, an denen er mitgearbeitet hat
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Johann Georg Hamann: Fliegender Brief





Johann Georg Hamann: Fliegender Brief. Historisch-kritische Ausgabe. 2 Bde. Herausgegeben von Janina Reibold. Erster Band: Edition. Zweiter Band: Einführung, Kommentar und Dokumente zur Entstehungsgeschichte. Philosophische Bibliothek 707. Meiner 2018. Bd. 1: 395 Seiten Bd. 2: 245 Seiten. 2 Bände zusammen 640 Seiten. Großformat (23,5 x 31,6 cm).
Leinen & kartoniert im Schuber 128,00 €

Mit dem »Fliegenden Brief« beabsichtigte Hamann zwischen 1785 und 1787 seine literarische Tätigkeit zu beschließen. Dem Anspruch nach wollte er sein gesamtes Schreiben und Denken öffentlich reflektieren und dabei insbesondere Darstellungsfragen diskutieren sowie seinen vielgescholtenen dunklen Stil und das von ihm entwickelte Verfahren der indirekten Mitteilung rechtfertigen. In einer dramatischen, 16 Monate währenden literarischen Berg- und Talfahrt scheiterte er schließlich daran, das anspielungsreiche, hochreflektierte und von radikalem Sprachdenken geprägte Werk zum Abschluss zu bringen, das mit den Worten endet: »usw. ich kann nicht mehr –«.

Vom »Fliegenden Brief« sind Dutzende von Entwürfen überliefert. Kein anderes Schreibprojekt ermöglicht daher bessere Einblicke in die Produktionsbedingungen und die Hamann’sche Arbeitsweise, die sich durch Kombination und Re-Kombination der unterschiedlichsten Quellen und Zitate auszeichnet. Die zweibändige Ausgabe bietet erstmals eine historisch-kritische und kommentierte Edition sämtlicher Dokumente zum »Fliegenden Brief«. Ein Spezifikum der Ausgabe ist ihr zweigeteilter Kommentar. Zum einen findet sich in der Marginalspalte der Edition jeweils eine kurze Annotation, die den konkreten Anspielungshorizont der Stelle unmittelbar vor Augen führt. Zum anderen bietet der zweite Band der Ausgabe einen ausführlichen Kommentar, der sich strukturell nach Quellenarten (Klassisches Altertum, Neuzeit, Bibel) sowie in einen Personen-, Wort- und Sachkommentar aufgliedert. Neben Edition und Kommentar enthält die Ausgabe eine ausführliche Einführung sowie umfangreiche Dokumente zur Entstehungsgeschichte – und bietet der Forschung erstmals eine solide Basis für die Beschäftigung mit einem der wichtigsten und zugleich schwierigsten Texte des Hamann’schen Werks.

Eckhard Schumacher empfiehlt in der FAZ vom 02.09.2020 diese Ausgabe nachdrücklich:

„Dass Hamanns umfassend angelegter Versuch einer Selbstkritik scheiterte, ist die grundlegende Einsicht, auf deren Basis Janina Reibold eine mehr als überfällige historisch-kritische Neuausgabe des ‚Fliegenden Briefs‘ vorgelegt hat. Der Anspruch der Heidelberger Germanistin, Hamanns Selbstkritik ‚erstmals lesbar zu machen‘, ist angesichts von vier schon vorliegenden Ausgaben ehrgeizig, aber sie löst ihn mit ihrer in jeder Hinsicht wegweisenden Edition souverän ein.“










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